Kraftpakete im Küchenabfall

Schnell mit einem Löffel ausgeschabt und dann in leuchtende Monster als Halloween-Dekoration vor der Haustür verwandelt – so kennen und lieben wir Kürbisse schon seit Jahren.

Wer kein Freund von Kürbisschnitzereien ist, lässt das Fruchtfleisch im Herbst im Ofen oder im Topf landen. Ideen dazu liefert unser Blogpost über Kürbisse als Lebensmittel des Monats. Auf direktem Weg in den Müll wandert dann aber häufig das komplette Innere des Kürbisses. Und das ist schade, denn die kleinen, von Fasern umgebenen Kerne haben es in sich!

Klein, aber oho! Das, was dem Kürbis die Fortpflanzung sichert, ist für unseren Körper eine wahre Kraftbombe. Die Überraschung im Team war groß, als Heike und ich bei einer gemeinsamen Recherche für Heikes Buch „Essen gut, alles gut“ herausgefunden haben, dass Kürbiskerne sogar mehr Protein als unsere heißgeliebten Erdnüsse haben. Wertvolle Bestandteile sind daneben auch Mineralstoffe wie Phosphor und Magnesium, die dafür sorgen, dass das Herz gesund und die Knochen stabil bleiben. Außerdem haben sie eine antioxidative Wirkung und sind damit quasi die Bodyguards unserer Zellen. Die kleinen Kerne enthalten außerdem viele gesunde Fette, weshalb sie sich, wie viele andere Kerne und Nüsse, hervorragend zur Verarbeitung zu Öl eignen. Öl aus Kürbiskernen ist besonders reich an Vitamin E und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Alles in allem also definitiv zu schade für den Müll!

Und ganz wie es beim Fleisch ein Trend wird „from nose to tail“ (also von der Nase bis zum Schwanz) alles zu verwenden, geht das auch mit dem Kürbis ganz leicht! Um die kleinen Proteinwunder vor dem Weg in die Tonne zu bewahren und einen leckeren Snack zu erhalten, kommt jetzt unsere Anleitung zum Selbermachen:


Ein kurzes Wort vorweg: Als Zutat bei Brötchen, im Salat oder aus Packungen im Supermarkt kennen wir Kürbiskerne geschält und getrocknet. Kürbiskerne selbst zu schälen kann aufwändig sein. Wer es trotzdem machen möchte, der sollte beim Kauf auf das Gewicht des Kürbisses achten. Große Kürbiskerne, die leichter zu schälen sind, finden sich in Kürbissen, die mindestens vier Kilogramm auf die Waage bringen. Wem der Aufwand zu groß ist, der kann die Schale mitessen – sie stören kaum und der Darm freut sich auch noch über eine Extraportion Ballaststoffe.


 Kürbiskerne-DIY

  1. Fruchtfleisch entfernen: Die Kerne können per Hand grob von dem Fruchtfleisch befreit und dann in ein Sieb gegeben werden. Am einfachsten ist es, das Sieb ins Wasser zu stellen. Mit kreisenden Handbewegungen die übrig gebliebenen Fasern entfernen, die sich dann am Boden des Siebs sammeln. Die Kerne mit der Hand abschöpfen und auf einem trockenen Küchenkrepp ausbreiten. Das Rubbeln zwischen zwei Küchenkrepps entfernt auch die letzten Reste der Fasern.

  2. Schälen (optional): Die Kerne vorher in einer Pfanne ohne Öl kurz anrösten, damit die Oberfläche weniger rutschig ist. Den Kern an der dicksten Stelle mit einem scharfen Küchenmesser 1–2 Millimeter einschneiden und mit den Daumennägeln auseinanderbrechen.

  3. Trocknen: Die von Fasern (und eventuell Schalen) befreiten Kürbiskerne auf einem Backblech ausbreiten und für 1–2 Tage auf der warmen Fensterbank in der Sonne trocknen. Wer nicht so lange abwarten möchte, der kann den Backofen zur Hilfe nehmen. Bei 150–180 °C gehen die Kerne für 20–30 Minuten in den Ofen. Nach der Hälfte der Zeit einmal wenden und fertig ist die Express-Variante.

    Und dann heißt es abkühlen lassen und genießen! Für einen wahren Suchtfaktor können geschälte oder ungeschälte Kürbiskerne auch vor dem Backen mit Gewürzen und etwas Öl geröstet werden. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. In den nächsten Tagen findest du unsere Lieblingsvarianten zum Nachmachen auf Instagram.

Kürbiskerne sind leider nicht das Einzige, das häufig ungenutzt in der Tonne landet. Das Grün von Karotten, Rote Bete und Kohlrabi ist zum Beispiel essbar und kann ganz leicht zum Star in Salaten, Pestos oder grünen Smoothies werden. Mit den Schalen von Orangen und Zitronen lässt sich Trinkwasser hervorragend verfeinern, wie du in unserem Blogpost über Infused Water lesen kannst. Und sogar der oft unterschätzte Strunk von Blumenkohl und Brokkoli lässt sich noch verarbeiten. Weichgekocht, püriert und gewürzt ergibt sich eine großartige Alternative zu Kartoffelpüree. Weitere Tipps und Tricks zur Lebensmittelverwertung und -haltbarkeit findest du in unserem Blogpost „Zu gut für die Tonne!“

 

(Janina Kaiser)


 Bild:    © webdesignnewcastle / pixabay.com 

Mittwoch, 14 Oktober 2020 05:51

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