Fleisch • Lebensmittel des Monats • Juli 2020

Warum hat es Fleisch auf Platz 1 der Lebensmittel des Monats bei uns geschafft?

Für Forscher ist Fleisch der „Motor der Evolution“, für unsere Urahnen der Inbegriff von Stärke und Kraft. Fleisch als Energiequelle erlaubte unserem Gehirn ein schnelles Wachstum und wer Fleisch essen konnte, hatte damit einen Überlebensvorteil. Mit der Sesshaftigkeit begannen unsere Vorfahren, Tiere zu halten, zu züchten und später zu handeln – die ersten Vorläufer der heutigen Nutztierhaltung. Heute wird Fleisch im Übermaß im Supermarkt angeboten und ist der Medienstar schlechthin. In manchen Berichten wird es verteufelt, andere richten ihr Augenmerk auf das Tierwohl und wieder andere loben das Fleisch wegen seiner vielfältigen Inhaltsstoffe. Kurz gesagt – an Fleisch scheiden sich die Geister wie an keinem anderen Lebensmittel.

Da zurzeit die Hochsaison des Grillens ist, in der Fleischerzeugnisse trotz vieler vegetarischer Alternativen bei den meisten wohl nicht fehlen darf, schenken wir unsere Aufmerksamkeit auch mal dem Fleisch und küren es zu unserem Lebensmittel des Monats.


Wo kommt Fleisch her?

Definitiv von Tieren – das ist klar, denn von Fruchtfleisch oder Kokosnussfleisch ist gerade nicht die Rede. Aus unserer Sicht kommt das Fleisch am besten von Tieren, deren Leben man als „lebenswert“ einstufen würde. Ganz gleich, ob das Tier dann zu Würstchen, Frikadellen, anderen Wurstwaren verarbeitet oder als Stück Fleisch gegessen wird, die Haltung und auch Fütterung der Tiere macht den Wert dieses kostbaren Lebensmittels aus! Erst wenn die sehr bedenkliche Massentierhaltung eingesetzt wird, kann das Fleisch zu sehr günstigen Preisen verkauft werden. Doch diese Haltung hat ihren ganz eigenen Preis. Unsere Einstellung dazu haben wir in dem Blogpost "UNTER ALLER SAU!" bereits geäußert.
Was für Tiere gegessen – besser: genossen! – werden, das unterscheidet sich von Land zu Land und von Kultur zu Kultur. In Deutschland kommt am häufigsten Schwein- und Rindfleisch sowie Geflügel, wie Huhn oder Pute, auf die Teller. Zu besonderen Anlässen und Festen gibt es auch mal Lamm, Ente, Gans und Wild.

Was kann man beim Einkauf von Fleisch beachten?

Augen auf beim Fleischkauf! Bei kaum einem Lebensmittel kann man beim Einkauf so viel beachten wie beim Fleisch. Und hier empfehlen wir, sehr wählerisch zu sein. Die Haltung auf kleinstmöglichen Flächen schränkt nicht nur die Grundbedürfnisse der Tiere und ihre Lebensqualität ein. Die in der Massentierhaltung eingesetzten hohen Mengen an Antibiotika zur Vermeidung von Infektionen bei den Tieren schaden letztlich auch unserer Gesundheit.
Beim Einkauf findet man sich in einem wahren Siegel-Dschungel wieder. Leider! Zu allererst ist es ratsam, Fleisch vom Landwirt oder Metzger zu kaufen, der „hinter die Kulissen schauen lässt“. Je mehr du dir selbst ein Bild von der Tierhaltung machen kannst, desto besser. Für Städter ist das meist nicht möglich, daher ist für sie beim Einkauf im Supermarkt ein genauer Blick auf die Verpackung hilfreich: Zahlreiche Gütesiegel mit diversen Abstufungen geben Auskunft über Tierhaltung und -wohl. Wem das zu kompliziert ist, greift zu Bio-Fleisch, denn das hat definitiv die Nase vorn. Am stärksten punkten hier Demeter und Bioland. Mehr dazu erfährst du auch in dem Blogpost "BIO IST NICHT GLEICH BIO". Dieses Fleisch ist zwar teurer – aber das muss es auch sein, denn eine gute Tierhaltung gibt es nicht zum Nulltarif.
Gutes Fleisch ist eine Frage der Haltung – unserer, wie auch die der Tiere! Und wir stehen klar für Qualität statt Quantität! Weniger ist mehr!

Und noch ein Tipp: Wir empfehlen eher ein Stück Fleisch als etwas „Verwurschteltes“. Denn der Satz „Ist mir wurst“ kommt nicht von ungefähr. In einer Wurst findet man manchmal so einiges, was man vielleicht gar nicht erwartet. Dazu gehören zum Beispiel die Zusatzstoffe Mono- oder Diphosphate. Sie werden als sogenannte Kutterhilfsmittel eingesetzt und haben eine wasserbindende Wirkung. Wasser in der Wurst? Das will doch keiner haben…

Wie verwendet man Fleisch?

Die Vielfalt an Gerichten und Spezialitäten ist unermesslich groß. Jeder scheint da ganz eigene Geheim-, aber auch Erfolgsrezepte zu haben. Relativ neu ist der Trend „from nose to tail“ – also von der Nase bis zum Schwanz – alles zu verwenden. Und der ist auch sehr sinnvoll. In unseren Rezepten haben wir uns auf die Fleischstücke beschränkt, die überall erhältlich sind und nicht zu viel Chichi und Tamtam erfordern. Selbst für Ungeübte ist ein gebratenes Steak, Hähnchen aus dem Ofen oder sommerlich gegrillt, machbar. Verwenden kannst du Fleisch als Hauptzutat in einem Gericht, aber auch als das besondere Extra auf Salaten oder in Suppen und Aufläufen.
In diesem Monat werden wir noch einige Rezepte, passend zum Lebensmittel des Monats, auftischen, doch du findest schon jetzt viele Rezepte mit Fleisch auf unserer Website:

Was macht Fleisch so wertvoll?

Fleisch gilt als Kraftgeber – so war es früher und dieses Bild hat sich gehalten. Das hängt mit dem hohen Gehalt an Eiweiß zusammen, das für den Aufbau von Muskeln wichtig ist. Unser Körper kann tierisches Eiweiß besser verwerten als das Eiweiß aus Pflanzen. Das liegt an den Eiweißbausteinen, genauer gesagt an den Aminosäuren. Ganz einfach ausgedrückt – das Tier ist uns biologisch ähnlicher als die Linse oder die Sojabohne.
Und auch die Mikronährstoffe im Fleisch können sich sehen lassen. Während Geflügel mit wenig Fett und einer beachtlichen Menge Phosphor, welches für die Festigkeit unserer Knochen und Zähne wichtig ist, punktet, ist beim Rindfleisch der Eisengehalt sehr beachtlich. Beide enthalten außerdem größere Mengen an Niacin (Vitamin B3), was in unserem Energiestoffwechsel eine bedeutende Rolle spielt. Doch auch viele der weiteren sieben B-Vitamine sind im Fleisch enthalten. Insbesondere ist es auch ein guter Lieferant für Vitamin B12, dessen Mangel bei uns für Müdigkeit und depressive Verstimmungen verantwortlich sein kann.

Bei all diesen positiven Eigenschaften darf ein gutes Stück Fleisch auf jeden Fall mit Genuss verzehrt werden! Es scheint daher in mehrfacher Hinsicht ein guter Weg für die Tiere und uns zu sein, wenn wir uns wegbewegen vom täglichen Aufschnitt hin zurück zum guten Sonntagsbraten oder gepflegtem Steak.

 

(Janina Kaiser)


Bildquelle:  © Victoria Shes / unsplash.com

Mittwoch, 01 Juli 2020 05:34

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